Acht Schneemänner in einer Reihe, jeder mit eigener Mütze, eigenem Schal und einem leicht schiefen Grinsen – das ist keine Bastelidee für zwischendurch, sondern ein kleines Nachmittagsprojekt für die Fensterdeko im Advent. Ich hab die Girlande mit einer Kindergartengruppe getestet, die Kinder waren zwischen vier und sechs, und die ehrliche Antwort vorweg: die winzigen Kreise, Dreiecke und Mützen-Kegel schneidest du als Erwachsene vor, gemalt, geklebt und dekoriert wird dann von den Kindern. Am Ende hängt eine bewegliche, 38 bis 42 cm lange Papierkette am Fenster, und kein Schneemann sieht aus wie der andere – genau so soll es sein.
Was du an Material brauchst

Bevor irgendjemand einen Klebestift in die Hand nimmt, liegt bei mir am Küchentisch erst mal alles sortiert bereit – genau wie auf dem Foto oben zu sehen: 16 weiße Kreise (8x mit 5 cm, 8x mit 4 cm Durchmesser), 8 schwarze Papierstreifen (je 4 x 0,5 cm) für die Arme, 8 orange Dreiecke mit 1,5 cm Kantenlänge für die Nasen, dazu 8 Pompons, Buntstifte, eine Bastelschere, Klebestift und ein Blatt Tonpapier als Unterlage.
Diese Kreise und Dreiecke schneide ich selbst aus, in dieser Größe schafft das kein Kindergartenkind sauber – und muss es auch nicht. Was du vorbereitest: alle Papierteile zuschneiden. Was das Kind selbst macht: gleich alles Weitere.
- Sicherheitshinweis: Pompons sind klein und rund – für Geschwister unter drei Jahren gehören sie außer Reichweite, notfalls lässt du sie einfach weg.
Körper kleben – großer und kleiner Kreis

Jetzt kommt der erste Schritt, den die Kinder wirklich allein übernehmen: pro Schneemann einen großen Kreis (5 cm) und einen kleinen Kreis (4 cm) bereitlegen, Kleber an den unteren Rand des kleinen Kreises auftragen und mit etwa 1 cm Überlappung auf den großen Kreis kleben. Das Ganze achtmal wiederholen.
Genau dieses Wiederholen ist der eigentliche Wert der Übung: nicht die Idee, sondern das achtfache Trainieren von Kleber-dosieren und Zielgenau-ansetzen. Das übt es: die Kraftdosierung beim Klebestift und den Pinzettengriff, wenn der kleine Kreis positioniert wird.
Ein Kind, das den Kleber beim ersten Schneemann noch großflächig verteilt, hat es beim achten meistens im Griff – das ist keine Übung, die man erklärt, das ist eine, die man wiederholt.
Realistische Dauer für diesen Schritt allein: etwa 10 Minuten, danach lässt die Konzentration spürbar nach. Das ist völlig in Ordnung, eine kurze Pause tut niemandem weh.
Arme ankleben

Pro Schneemann kommen zwei schwarze Streifen (4 x 0,5 cm) seitlich hinter den kleinen Kreis, links und rechts sollen etwa 3 cm herausragen. An den Enden schneide ich kleine Zacken für die Hände ein – diese winzigen Schnitte übernehme ich, weil eine Kinderschere hier eher reißt als schneidet.
Das Kleben der Streifen selbst ist wieder Kindersache. Ich lege die Streifen schon zurechtgeschnitten bereit, dann entscheidet das Kind, wie schief oder gerade die Arme sitzen – auf dem Foto sieht man schön, wie unterschiedlich die Armlänge am Ende ausfallen darf.
- Kleckerfaktor: überschaubar, der Klebestift macht kaum Flecken.
- Für die Kita: gut als Stationenarbeit machbar, jedes Kind übernimmt einen Schneemann.
Gesicht und Knöpfe malen

Jetzt wird gemalt – und das ist für mich der eigentliche Höhepunkt des ganzen Projekts. Zwei Augen (je ca. 0,4 cm), ein gebogener Mund und drei schwarze Knöpfe kommen mit Buntstift oder Marker auf den Körper, die orange Nase wird mittig zwischen Augen und Mund geklebt. Wer mag, setzt noch rosige Wangen mit einem roten Stift dazu.
Hier zeigt sich am deutlichsten, warum keine zwei Schneemänner gleich aussehen sollen: manche Münder gehen steil nach oben, manche Augen sitzen schief, ein Knopf landet mal auf der Nase statt darunter. Genau das gehört dazu.
Das übt es
Feine Linien mit dem Stift ziehen, ohne die Hand am Papier abzustützen, trainiert die Graphomotorik – die Vorstufe zum späteren Schreibenlernen. Bei einem Vierjährigen wie meinem Mattis braucht das noch viel Konzentration, bei einem Sechsjährigen geht es oft nebenbei.
Mützen basteln

Für die Mützen schneide ich 8 bunte Kegel aus Papier (ca. 3 cm hoch, 2,5 cm breit) – diese kleine Kegelform ist tatsächlich der schwierigste Schnitt im ganzen Projekt, den lasse ich Erwachsenenhand machen. Die Kinder malen kleine Muster auf die Mützen und kleben oben jeweils einen weißen Pompon fest, danach werden die Mützen leicht schräg auf die Köpfe geklebt.
- Muster malen: Punkte, Streifen oder Zickzack – hier gilt wirklich freie Wahl.
- Pompon aufkleben: ein Klecks Kleber, Pompon andrücken, kurz festhalten.
- Mütze schräg ansetzen: genau dieser leichte Schiefstand macht die Girlande später lebendig.
Der Pompon in dieser Größe erfordert einen sauberen Pinzettengriff – wer damit noch nicht sicher ist, greift eben mit der ganzen Hand zu, das Ergebnis hält trotzdem.
Schals anbringen

Acht Schals werden geschnitten oder gemalt, jeder etwa 3 cm lang und 0,8 cm breit. Der Schal kommt direkt unter den Kopf, dann zeichnen die Kinder Streifen und kleine Fransen ans Ende – auf dem Foto sieht man, wie unterschiedlich dick diese Fransenlinien je nach Handkraft geraten, manche sind nur angedeutet, andere fast wie ein Muster.
Diese kleinen, engen Linien sind für viele Kinder anspruchsvoller als das große Gesicht zuvor – die Aufmerksamkeitsspanne ist an dieser Stelle im Projekt oft schon spürbar kürzer. Wenn hier Schluss ist, mache ich die restlichen Schals eben am nächsten Regentag fertig, die Girlande läuft ja niemandem weg.
- Wichtig: lieber wenige, klar sichtbare Streifen als ein perfektes Muster – das Ergebnis muss nicht gleichmäßig sein.
Schneemänner zur Girlande verbinden

Alle acht fertigen Schneemänner werden in einer Reihe ausgelegt, zwischen zwei Figuren bleibt jeweils etwa 0,5 cm Abstand. Die Arme werden so übereinander geklebt, dass sie sich leicht überlappen – dadurch entsteht keine starre Kette, sondern eine bewegliche Girlande, die sich beim Aufhängen sanft wellt.
Genau dieser winzige Spielraum zwischen den Armen ist der Unterschied zwischen einer steifen Papierreihe und einer Girlande, die wirklich lebt – das lohnt sich, auch wenn es fummelig ist.
Diesen Schritt übernehme ich meistens gemeinsam mit dem Kind: die Reihenfolge und den Abstand richte ich, das Andrücken der Klebestellen macht das Kind selbst. So bleibt der stolze Teil – „ich hab die Girlande zusammengeklebt“ – wo er hingehört.
Fertig: trocknen lassen und aufhängen

Zum Schluss alle Klebestellen noch einmal gut andrücken und die Girlande 2 bis 3 Minuten trocknen lassen, bevor sie ans Fenster, an die Wand oder auf eine Karte kommt. Fertig ist eine Reihe von ca. 38 bis 42 cm Länge, je nachdem, wie eng die Abstände geworden sind.
Auf dem letzten Foto sieht man die komplette Checkliste noch einmal zusammengefasst: Bommel, Gesicht, Mütze, Schal, Arme, Knöpfe – acht Schneemänner, bunt, beweglich. Bei uns hängt so eine Girlande jedes Jahr ein paar Wochen im Küchenfenster, bis der erste Schnee da ist und Mattis findet, jetzt bräuchte es eigentlich noch eine zweite Reihe.
Kleckerfaktor insgesamt: gering bis mittel, der Klebestift ist das schmutzigste Werkzeug hier – und das hält sich in Grenzen.
So eine Girlande braucht mehr Vorbereitungszeit als die meisten meiner Ideen, aber genau die vielen kleinen Wiederholungen – Kreis kleben, Arm ankleben, Gesicht malen, achtmal – sind es, die am Ende wirklich etwas trainieren. Und am Fenster sieht man ihr die Mühe kein bisschen an, dort wirkt sie einfach fröhlich schief und selbstgemacht.

- Material

Was Leser oft fragen
Ab welchem Alter können Kinder die Girlande wirklich selbst basteln?
Getestet habe ich sie mit vier- bis sechsjährigen Kindergartenkindern. Ab etwa fünf Jahren klappen Kleben, Malen und Pompon-Aufkleben weitgehend selbstständig, mit vier braucht es noch mehr Begleitung und Geduld an den kleinen Details.
Was mache ich, wenn ein jüngeres Geschwisterkind mit am Tisch sitzt?
Pompons, Klebestift und Schere gehören dann außer Reichweite des Kleinkinds, und ich lasse es nie unbeaufsichtigt in der Nähe der Materialkiste. Notfalls kann das Kleinkind auf einem eigenen Blatt mit dicken Wachsmalstiften kritzeln, während die Großen basteln.
Funktioniert die Girlande auch als Kita-Projekt in der Gruppe?
Ja, gut sogar, als Stationenarbeit: eine Gruppe klebt die Körper, eine malt Gesichter, eine gestaltet Mützen. Am Ende setzt du oder eine Erzieherin die Girlande gemeinsam zusammen, das Verbinden der Arme ist der einzige Schritt, der wirklich Erwachsenenhand braucht.







